Schäden durch Lkws

Ein Lkw steckt auf der schmalen Ginsterbergstraße in Tiefenbach fest, hat bei Versuch die Engstelle zu passieren bereits die Regenrinne an einem Haus beschädigt.  Foto: Dirk Wüstenbecker Ginsterbergstraße in Tiefenbach zu schmal für große Lkws

Immer wieder Schäden durch Lkws an Wohnhäusern in Tiefenbach. Eigentlich ist die Ginsterbergstraße in Tiefenbach zu schmal für große Lkws. Weil diese den Weg aber trotzdem nutzen, kommt es immer wieder zu Schäden an zwei Wohnhäusern.

Beschaulich ruhig ist es in der Ginsterbergstraße in Tiefenbach. Nicht jedoch für die Bewohner zweier Häuser am Ende der Straße. Immer wieder schrammen große Lkws die beiden Gebäude - und das, obwohl sie auf der schmalen Straße gar nicht fahren dürften. Jetzt gab es deshalb einen Ortstermin mit Mitarbeitern der Stadt Braunfels und der Wetzlarer Polizei. "Der Schaden geht mittlerweile in die Tausende", sagt Anwohner Dirk Wüstenbecker. Die Lkw kommen aus Richtung Leun, nutzen einen Feldweg, der eigentlich nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben ist. Bis zur Ortseinfahrt von Tiefenbach können die großen Fahrzeuge den Weg, auch wenn er nicht besonders breit ist, passieren. Dann aber kommt eine Kurve und genau in dieser stehen die beiden Wohngebäude. Hier wird es eng. Eigentlich müssten die Fahrer nun die ganze Strecke zurückfahren, und das rückwärts. Eine Wendemöglichkeit gibt es nicht. Viele fahren deshalb einfach weiter, nach dem Motto "Augen zu und durch".
"Es gibt dann einen lauten Knall und wir wissen, da ist wieder jemand gegen das Haus gefahren", erzählt Wüstenbecker. Oft würde das mitten in der Nacht passieren "Bis Sie dann aus dem Bett gesprungen und angezogen sind, sehen Sie bestenfalls noch die Rücklichter." An seinem Haus und dem der Nachbarsfamilie Seib entstehen so immer wieder Schäden an den überstehenden Dachkanten und Regenrinnen. Bei den Seibs wurden Letztere sogar schon ganz abgerissen. Auch an einer Wand des Hauses von Cornelia und Dirk Wüstenbecker gibt es Schäden. Vor dem unteren Bereich hat die Stadt Braunfels bereits vor Jahren eine Warnbake anbringen lassen. Durch diese ist zumindest ein Teil geschützt. Andere Schäden entstehen nach wie vor. Erst jüngst hat ein 40-Tonner wieder die Dachrinne am Haus von Annette und Edmund Seib massiv beschädigt. Diesmal konnten die Anwohner den Fahrer stoppen. Der Vorfall war mit ein Grund, weswegen es am vergangenen Donnerstag nun einen Ortstermin gab. Dennis Desch (Bauamt Braunfels), Ralf Hoogeveen (Straßenverkehrsbehörde Braunfels), Stefan Betge (Polizei Wetzlar) und die Anwohner nahmen daran teil. Notwendig war der Termin auch, weil durch die Sanierung der B 49 mittlerweile deutlich mehr Lkws die schmale Straße hinunterfahren. Sie beliefern Firmen oder Bauern in Leun, können von Leun aus aber nicht mehr in Richtung Limburg auf die Bundesstraße auffahren. Die Auffahrt ist längerfristig gesperrt. Die Route über die Ginsterbergstraße werde dann möglicherweise von den Navigationssystemen als kürzeste angezeigt, auch wenn sie von den Lkw gar nicht befahren werden dürfe, erklärt Hoogeveen.
Stadt und Polizei suchen nach Lösung - Beim Termin schilderten nun die Anwohner ihre Eindrücke, teilweise wurde das Gespräch emotional. Gerade auch, weil es für die Stadt nur wenig Handlungsmöglichkeiten gibt. Der Hinweis, die beiden Familien müssten die Fahrer der Lkws einfach anzeigen, sorgte für besonderen Unmut. Dass es kürzlich gelang, einen Fahrer zu stoppen sei ein reiner Glücksfall gewesen, erklärte Wüstenbecker noch mal. Im Anschluss an das Gespräch machten sich Betge, Desch und Hoogeveen jedoch auf, um zu schauen, welche Möglichkeiten es gibt, die Durchfahrt von Lkws an besagter Stelle zu verhindern. Denn der jetzige Zustand, das findet auch die Stadt Braunfels, ist nicht tolerierbar. "Eigentlich dürfte da ja überhaupt kein Lkw fahren", sagte Hoogeveen. Das Ergebnis: Die Einfahrt in die Ginsterbergstraße aus Fahrtrichtung Leun komplett für den Verkehr zu sperren wäre möglich, ist in der Praxis aber schwierig, da die Route auch von den ansässigen Bauern im Rahmen von Heuernte und Co genutzt wird. Auch die Wüstenbeckers halten das für keine sinnvolle Lösung. Zwar hätten in der Vergangenheit auch schon Traktoren mit ihren Gabeln für Schäden an den Häusern gesorgt, nach Gesprächen mit den Landwirten würden diese mittlerweile die Gabeln aber absenken.
Eine zweite Möglichkeit ist es, die Straße ganz gezielt für den Lkw-Verkehr zu sperren. Dies soll nun geschehen. Auf jeder Straßenseite wird dafür ein Schild angebracht werden, das die Durchfahrt für Fahrzeuge mit bestimmter Breite und Höhe verbietet. Laut Polizei würden Lkw-Fahrer diese Hinweise meist beachten, sagte Hoogeveen am Montag, als er über das Vorhaben berichtete. Die Schilder sollen nun aufgestellt und die Situation dann ein Jahr lang beobachtet werden. Werde es keine Besserung geben, müssen man noch mal neu überlegen. "Das ist doch schon mal ein Fortschritt", sagte Dirk Wüstenbecker auf Nachfrage dieser Zeitung.

Termine

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2

02.09.2020 19:00 - 20:00

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3

03.09.2020 19:00 - 20:00

Sep
9

09.09.2020 19:00 - 20:00

Sep
10

10.09.2020 19:00 - 20:00

 

 

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