Hoffnungsfunke für die Feuerwehr Neukirchen

Das Feuerwehrgerätehaus in Neukirchen ist intakt. Was fehlt sind ausreichend Einsatzkräfte. Foto: Jenny Berns Feuerwehr in Neukirchen braucht dringend neue Mitglieder

Das Schicksal der Neukirchener Feuerwehr schien besiegelt: Zu wenig aktive Mitglieder, die Einsatzbereitschaft war nicht mehr gewährleistet und somit schien das Aus sicher. Nun haben sich doch noch Bürger gefunden, die die Wehr aktiv unterstützen wollen.

Es sah so aus, als ob das Schicksal der Neukirchener Feuerwehr endgültig besiegelt ist: zu wenig Einsatzkräfte und keiner, der die Mannschaft personell unterstützen will. Der Standort stand praktisch vor dem Aus. Doch jetzt glimmt ein Hoffnungsfunke: Sieben Bürger haben sich verbindlich gemeldet und wollen der Wehr als aktive Mitglieder beitreten.
In Neukirchen gibt es derzeit nur vier Feuerwehrleute. Die Einsatzbereitschaft ist damit nicht gewährleistet. Mindestens zwölf Personen bräuchte es, damit der Standort Neukirchen aufrechterhalten werden kann. Zwei von ihnen müssten Führungsverantwortung übernehmen, also bereit sein, das Amt des Wehrführers und seines Stellvertreters zu übernehmen. Da der momentane Zustand nicht haltbar ist, musste die Stadt Braunfels handeln, denn auch Kreisbrandinspektor Rupert Heege hatte die Situation bereits angemahnt. Deshalb rief die Stadt seit Ende 2019 die Bürger von Neukirchen auf, sich für die Neukirchener Feuerwehr einzusetzen und dieser als aktive Mitglieder beizutreten. Eine endgültige Klärung, ob der Standort weiter bestehen kann oder nicht, sollte dann Ende Januar bei einer Bürgerversammlung erfolgen. Doch bis dahin hatte sich niemand gemeldet, der in das Ehrenamt eintreten wollte. An der Versammlung selbst nahmen dann 70 Personen teil. Viele zeigten sich betroffen, doch auch an diesem Abend fand sich niemand, der sich verbindlich verpflichten wollte.Somit schien das Schicksal des Standorts festzustehen. Das bedeutet: Die Einsatzabteilung wird aufgelöst und die Einsatzbereitschaft von Bonbaden mit abgedeckt. Die Hilfsfrist wäre von diesem Standort aus einzuhalten. Den endgültigen Beschluss müssen die Stadtverordneten fassen. In ihrer Sitzung im März könnte das Thema auf der Tagesordnung stehen.
Allerdings gab es schon bei der Bürgerversammlung einige Bürger, die ihr Interesse an einem Engagement in der Wehr bekundeten. Bürgermeister Christian Breithecker (parteilos) räumte daher nach Rücksprache mit dem Kreisbrandinspektor noch eine allerletzte Frist ein. Breithecker will bis zum 28. Februar eine Liste mit zehn bis zwölf Freiwilligen, die die Wehr unterstützen. Wolfgang Schmidt, ehemaliger Wehrführer in Neukirchen und jetzt Gerätewart bei dieser, wollte diese Chance nicht ungenutzt lassen. Deshalb sprach er die Personen, die bei der Versammlung Interesse bekundet hatten, noch einmal persönlich an. "Die Einsatzabteilung Neukirchen liegt uns allen sehr am Herzen", sagt Schmidt, der aufgrund eines Wohnortwechsels das Amt des Wehrführers nicht mehr ausüben kann. Sein Plan: Die Interessenten brauchen einfach noch viel mehr Informationen über das Engagement in der Wehr. Deshalb organisierte er mit den restlichen Neukirchener Kameraden eine Informationsveranstaltung, die diese Woche stattfand. Mit Erfolg: "Wir haben in lockerer Runde gesprochen. Danach haben sich sieben Bürger bereit erklärt, der Wehr beizutreten. Drei weitere haben ein sicheres Interesse bekundet. Mit den jetzt schon aktiven Mitgliedern würde das ausreichen, um die vom Bürgermeister geforderte Liste aufzustellen", sagt Schmidt. Die Liste mit Namen will er demnächst Christian Breithecker überbringen.
Ein Wehrführer fehlt auch weiterhin. Doch ganz gelöst sind die Probleme in Neukirchen damit nicht. Auch wenn die Anzahl der aktiven Mitglieder dank der sieben Interessenten ausreichen würde, um die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, einen Wehrführer hat die Einsatzabteilung immer noch nicht. Wolfgang Schmidt schlägt deshalb folgende Lösung vor: "Der Feuerwehrstandort Neukirchen bleibt erhalten, wird aber dem Standort Bonbaden untergeordnet. Dann würde die Feuerwehr Neukirchen nicht ganz stillgelegt." Eine Lösung, die auch der Stadtverordnetenvorsteher Michael Hollatz (parteilos) für denkbar hält und begrüßen würde. Er hatte durch Zufall von der Zusammenkunft erfahren und daran teilgenommen. Wolfgang Schmidt hofft, dass sich im Laufe der Zeit auch zwei Personen finden, die Führungsverantwortung übernehmen. Bis dahin, das ist eines seiner Argumente, könnte zumindest das Feuerwehrgerätehaus durch die Wehr weiter genutzt werden. Dieses war vor rund zehn Jahren neu gebaut worden und würde, wenn der Standort ganz geschlossen wird, erst einmal leer stehen. https://www.mittelhessen.de/lokales/wetzlar/braunfels/hoffnungsfunke-fur-die-neukirchener-feuerwehr_21235090

 

 

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